Südafrika 2026

Steenberg Golf Club / Constantia

2026 war ich wieder in Südafrika – und wie so oft stand viel Privatgolf auf dem Programm. Wie immer möchte ich meine Erfahrungen teilen, weil Sie möglicherweise davon profitieren können, wenn es um die Auswahl Ihrer Golfplätze geht.

Einer der ersten Plätze auf dieser Reise war der Steenberg Golf Club. Er liegt in einer Weinregion bei Kapstadt, irgendwo zwischen Camps Bay, Tokai und Stellenbosch. Eine Gegend, die ich persönlich sehr schätze. Sehr ruhig, sehr grün, eingebettet zwischen Bergen und Weingütern.

Ich bin ehrlich: Ich bin kein großer Fan von Städten wie Kapstadt selbst. Mir gefällt diese ruhigere, fast abgeschiedene Seite Südafrikas deutlich besser – ähnlich wie rund um George. Für mich sind das, wenn man so will, fast spirituelle Voraussetzungen, um Golf zu spielen. Weniger Ablenkung, mehr Fokus.

Steenberg ist ein klassischer Country Club, wie man ihn früher kannte: sehr traditionell, sehr ruhig, sehr unauffällig. Kein Spektakel, kein Glamour – aber extrem solide. Ein durchdachtes Layout, fantastische Ausblicke und vor allem: Der Platz macht einfach Spaß zu spielen.

Man kann hier viele Driver schlagen, gleichzeitig ist der Platz aber auch gut spielbar, wenn man nicht sein bestes Golf dabei hat. Gerade diese Balance gefällt mir sehr. Die letzten Löcher haben sich besonders eingeprägt. Wir waren etwas später unterwegs, das Licht wurde flach, warm, fast golden. Die 17 und 18 sind zwei großartige Löcher, um einen Golftag zu beenden.

Ein leicht surrealer Moment ergab sich am fünften Loch. In unmittelbarer Nähe liegt eines der größten Gefängnisse Südafrikas. Man sieht es nicht direkt, aber man hört es – besonders sonntags, wenn dort Musik läuft. Das hat mir kein Angstgefühl gegeben, sondern eher ein nachdenkliches. Es symbolisiert sehr eindrücklich, wie unterschiedlich Leben auf engstem Raum sein können.

Steenberg war für mich ein wunderschöner Auftakt dieser Reise.

Pinnacle Point Golf Club / Mossel Bay

Pinnacle Point ist ohne Übertreibung einer der spektakulärsten Golfplätze, die ich in meinem Leben gespielt habe – zumindest, was die Aussicht betrifft.

Grundsätzlich unterscheide ich Golfplätze für mich immer in Kategorien. Es gibt Plätze, die spielerisch herausragend sind: taktisch anspruchsvoll, fair, mit mehreren Optionen. Und es gibt Plätze, die vor allem durch ihre Lage, ihre Optik oder ihren Pflegezustand beeindrucken. Beides ist legitim – man sollte es nur nicht verwechseln.

Pinnacle Point gehört klar zur zweiten Kategorie, auch wenn er durchaus viele sehr gute Golflöcher hat. Gleichzeitig gibt es auch Löcher, die aus meiner Sicht spielerisch wenig Sinn ergeben oder bei stärkerem Wind nahezu unspielbar werden. Wir hatten einen komplett windstillen Tag – und unter diesen Bedingungen war es schlicht spektakulär.

Schon der Blick vom Clubhaus ist beeindruckend und erinnert ein wenig an Pebble Beach, nur eben in Südafrika. Ich war in diesem Moment vollkommen begeistert.

Auch die Anfahrt ist besonders. Auf dem Weg sieht man ein Haus, in dem ein echtes Flugzeug im Wohnzimmer steht. Später habe ich erfahren, dass der Mann, der dort lebt, im Rollstuhl sitzt und dieses Flugzeug für ihn ein Stück Freiheit symbolisiert. Eine Geschichte, die mich sehr berührt hat und die irgendwie gut zu diesem Ort passt.

Golferisch ist Pinnacle Point alles andere als leicht. Riesige Drives bergab, Par-3-Löcher über Klippen, Schläge, bei denen man den Ball gefühlt ins Nichts schlägt. Für den Amateur definitiv anspruchsvoll. Wer aber große Bilder, große Schläge und dieses permanente Staunen sucht, wird hier voll auf seine Kosten kommen.

Unterm Strich war ich mehr als begeistert – als Erlebnis bleibt dieser Platz definitiv im Kopf.

The Links / Fancourt / George

Der dritte Platz unserer Reise war etwas ganz Besonderes: Wir hatten eine Einladung zu The Links. Der Platz liegt in George, direkt neben dem berühmten Fancourt Resort.

George ist für mich persönlich eine meiner Lieblingsgegenden in Südafrika. Eingebettet in ein Tal zwischen mehreren Bergketten, mit epischen Ausblicken, szenischen Landschaften, großartigen Sonnenuntergängen und einer Luft, die sich einfach gut anfühlt. Natur pur.

Gleichzeitig hat mich diesmal auch etwas erschreckt. Die gestiegene Kriminalität ist spürbar. Ich habe mich unsicherer gefühlt als bei meinen letzten Besuchen vor vier oder fünf Jahren. Mehr Probleme auf den Straßen, Unfälle, Menschen unter Drogeneinfluss am helllichten Tag – Eindrücke, die man nicht ignorieren kann.

Umso surrealer ist der Moment, wenn man ins Fancourt Resort einbiegt und innerhalb von Sekunden in einer anderen Welt ist. Fancourt ist aus meiner Sicht eines der besten Golfresorts überhaupt. Absolute Ruhe, ein Hotel im Stil eines alten britischen Kolonialhauses, drei hervorragende Golfplätze, großartige Übungsanlagen, Restaurants, Tennisplätze und diese beeindruckenden Häuser mit ihren Reetdächern – ein Anblick, den man nicht vergisst.

Golferisch ist Fancourt ein Highlight. Alle Plätze sind stark, Montagu ist herausragend, und auch die anderen stehen ihm kaum nach.

The Links selbst wird oft Fancourt zugerechnet, gehört organisatorisch aber nicht dazu. Es handelt sich um einen reinen Privatclub mit rund 120 spielenden Mitgliedern, der nur auf Einladung zugänglich ist. Über einen Freund durften wir dort spielen.

Der Platz ist perfekt in seine natürliche Umgebung eingebettet, fast wie ein geschütztes Naturreservoir. Golferisch ist er brutal ehrlich: sehr lang, viele Hindernisse, kein einziges Loch zum Durchatmen. Selbst wenn man nach 15 Löchern noch glaubt, gut unterwegs zu sein, kann sich die Runde hier sehr schnell drehen. Voller Fokus ist Pflicht bis zum letzten Schlag.

Auch der Service ist außergewöhnlich. Am ersten Tee bekommt man als Gast traditionell einen Willkommenswhisky – bei uns um 8:15 Uhr morgens, der tatsächlich von innen gewärmt und Mut gemacht hat. Nach der 18 wartet direkt neben der Fahne ein eiskalter Drink mit Handtüchern zur Erfrischung. Die Halfway-Verpflegung war zum Niederknien, der Service im Clubhaus einzigartig.

Ich habe gehört, dass es mittlerweile Möglichkeiten gibt, The Links auch über einen Aufenthalt im Resort zu spielen. Das kann ich allerdings nicht mit Sicherheit bestätigen.

Was ich sicher sagen kann: The Links ist ein außergewöhnlicher Golfplatz – landschaftlich überwältigend, sportlich gnadenlos ehrlich und eines der absoluten Highlights dieser Reise.

De Zalze Golf Club / Stellenbosch

Der De Zalze Golf Club in Stellenbosch war für uns der letzte Golfclub dieses Jahres in Südafrika – und auch hier wurden wir absolut nicht enttäuscht.

Das gesamte Umfeld und die Anlage sind hervorragend. Der Pflegezustand ist sehr gut, und das großzügig angelegte Areal lädt regelrecht zum Verweilen ein. Alles wirkt stimmig und durchdacht. Besonders hervorzuheben ist auch das Restaurant: von richtig guter Pizza über ein hervorragendes Steak bis hin zu insgesamt sehr hoher Qualität.

Auch die Trainingsbedingungen sind top. Man kann problemlos vor der Runde ein paar Bälle schlagen oder das Kurzspiel vorbereiten – genau so, wie man es sich wünscht.

Der Golfplatz selbst ist auf den ersten neun Löchern ein solider, fairer Golfplatz. Nicht übermäßig spektakulär, aber absolut ehrlich zu spielen. Mit guten Schlägen ergeben sich viele Möglichkeiten, ordentliche Scores zu spielen.

Die zweiten neun Löcher zeigen dann das volle Potenzial der Anlage: abwechslungsreich, sehr gut designt und spielerisch nochmals deutlich spannender. Wir hatten das Glück, die Backnine in flachem, sonnigem Abendlicht zu spielen – traumhafte Bedingungen auf wirklich unfassbar guten Golflöchern.

Insgesamt war es ein rundum toller Tag in De Zalze. Ich hoffe sehr, diesen Golfplatz in meinem Leben noch einmal spielen zu dürfen. Das Personal war zudem überdurchschnittlich freundlich und aufmerksam – auch das hat den positiven Gesamteindruck nochmals verstärkt.

Hinweis unter allen Golfclub-Berichten:

Falls jemand Bilder und Videos sehen möchte, genügt ein Blick auf mein Instagram-Profil. Dort findet ihr kurze Videozusammenfassungen (ca. 1:30 Minuten), in denen ich die Golfplätze zumindest von den Tee-Boxen aus zeige.

Wer mehr Impressionen zum Golf in Südafrika sucht oder eine Entscheidung treffen möchte, welchen Platz man spielt – oder vielleicht auch bewusst weglässt – findet dort zusätzliche Eindrücke.

Bei Fragen könnt ihr euch jederzeit gerne bei mir melden. Ich hoffe, ich kann diese beantworten.

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Warum der Golfball eine Kurve macht – einfach erklärt