Freie Schultern, mehr Speed

Wieder einmal war es eine extrem wertvolle Session mit Derek Nicholas von Rareform Studios in München. Dieses Mal lag der Fokus auf der Frage, wie es gelingen kann, die Arme in einem größeren Radius, also in einem weiten Bogen um die eigene Wirbelsäule zu bewegen. Dabei wurde sehr deutlich, dass dieses Thema nicht ausschließlich eine Frage der Golftechnik ist, sondern in hohem Maße davon abhängt, welche körperlichen Voraussetzungen vorhanden sind. Entscheidend ist, wie gut man in der Lage ist, muskuläre Blockaden zu lösen, gezielt Kraft aufzubauen und dem Körper insgesamt mehr Bewegungsfreiheit zu ermöglichen, um diese Bewegungen überhaupt zulassen zu können.

Ein zentraler Punkt der Session war die Bewegung der Schulterblätter, genauer gesagt das Zusammenspiel aus Protraktion und Retraktion. Das bewusste Vor- und Zurückführen der Schulterblätter vergrößert im Golfschwung den Radius der Arme und damit auch die Länge des gesamten Schwungs. Würde man sich vorstellen, die Schulterblätter dauerhaft nach vorne gedrückt zu halten und aus dieser Position heraus zu schwingen, würde sehr schnell klar, dass nur kurze, eingeschränkte und ineffektive Golfschwünge möglich sind. Genau diese eingeschränkte Beweglichkeit begrenzt nicht nur den Schwungradius, sondern auch die Fähigkeit, Geschwindigkeit aufzubauen.

In vielen Bewegungsanalysen, die man sowohl auf Instagram als auch auf YouTube sieht, wird deutlich, wie essenziell diese grundlegenden Bewegungen für einen funktionalen Golfschwung sind. Das gezielte Strecken und Zusammenziehen der Schulterblätter ermöglicht es den Händen und Armen, sich weit und frei um die Wirbelsäule zu bewegen. Die Folge ist ein größerer Schwungradius, der unmittelbar zu mehr Geschwindigkeit und mehr Speed führt. Auf diese Weise lässt sich der Golfball weiter schlagen, ohne zwangsläufig stundenlang schwere Gewichte heben oder die Golftechnik radikal verändern zu müssen. Vielmehr geht es darum, dem Körper die Fähigkeit zurückzugeben, die Arme frei und ungehindert um den eigenen Körper schwingen zu lassen – ein vergleichsweise einfacher, aber extrem wirkungsvoller Hebel für mehr Länge und Effizienz im Golfschwung.

Derek Nicholas’ Wissen zu diesem Thema scheint dabei nahezu kein Ende zu haben. Eine der vielen Methoden, die in diesem Zusammenhang zur Sprache kam, ist das isometrische Training. Dieses Trainingsprinzip beschäftigt sich unter anderem – wenn auch nicht ausschließlich – mit dem Zusammenspiel von Protagonist und Antagonist innerhalb der Muskulatur. Sehr häufig ist es nämlich nicht der Muskel, den man als „Problemverursacher“ vermutet, der die Bewegung blockiert, sondern vielmehr sein Gegenspieler. Dieser übernimmt eine Schutzfunktion, will Verletzungen vorbeugen und lässt bestimmte Bewegungen deshalb nicht zu. Aktiviert man die Muskulatur gezielt und sorgt dafür, dass vermehrt Blut in die Muskelgruppen fließt – im Grunde genau das, was Fußballer vor einem Spiel machen, wenn sie versuchen, ihre Muskulatur zu fluten, um Wärme und Beweglichkeit zu erzeugen – entsteht oft ein erstaunlicher Effekt. Allein durch diese Aktivierung gewinnt man spürbar mehr Bewegungsfreiheit und einen größeren Schwungradius. Das Resultat ist ein deutlich freierer Golfschwung und die Fähigkeit, den Golfball viel müheloser und effizienter zu schlagen als zuvor.

Das Video ist auf meinem Instagram Kanal und meinem YouTube Kanal zu finden. 

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